Filme und Serien

[Netflix] Sick Note

Ich bin sieben Jahre alt und sehe den ersten Harry Potter Film zum ersten Mal. Auftritt Ron Weasley. Ich bin hin und weg und stelle mir die nächsten Jahre vor wie es wäre Mrs. Ron Weasley zu sein.

Ron Weasley bzw. Rupert Grint war meine erste große Liebe. Als ich dann merkte, dass sieben Jahre Altersunterschied doch sehr viel sind, entschloss ich mich dazu Rupert zu vergessen und dramatisch aus dem Fenster zu blicken und dabei zu verdrängen, dass noch ganz viele andere Dinge dafür sprechen, dass ich wahrscheinlich nicht irgendwann Mrs. Ron Weasley werde.

Zeitsprung zum 26.11.2018. Ich schalte die PS4 ein und starte die Netflix App, während ich Hector zum zehn tausendsten Mal erkläre, dass mein Schoko-Nikolaus nicht für ihn bestimmt ist. Ich nehme meinen kleinen Kater auf den Arm und sehe ihm ernst in die Augen als plötzlich ein Trailer für eine Serie startet, die ich noch nicht kenne. Überrascht sehe ich auf. Rupert Grint bekommt von Nick Frost gesagt er hätte Krebs. Ohne zu zögern klicke ich auf “Abspielen”.

Eigentlich hätte ich an dem Abend Textauszüge aus Thomas Hobbes’ “Leviathan” lesen sollen, aber das Schicksal wollte es anders. (Ich nenne meine Faulheit gerne Schicksal, damit ich mich nicht so schlecht fühle. Es funktioniert!) Innerhalb von anderthalb Abenden hatte ich die bisher zwei verfügbaren Staffeln durchgeguckt.

“Sick Note” handelt von Daniel Glass (Rupert Grint) der von seinem leicht verwirrten Onkologen die Falschdiagnose Krebs erhält. Daniel ist natürlich am Boden zerstört, merkt aber bald, dass es auch seine guten Seiten hat unheilbar krank zu sein. Seine Arbeitskollegen sind wesentlich netter, seine Freundin liebt ihn wieder und seine Mutter verwechselt ihn weniger oft mit seinem Bruder Simon. Als Daniel herausfindet, dass es sich bei der Diagnose um eine Falschdiagnose handelt ist er im ersten Moment natürlich erleichtert, merkt aber bald, dass die Aufmerksamkeit der anderen dadurch rapide abnehmen wird. Also machen er und sein Arzt Dr. Iain Glennis den Deal weiterhin so zu tun als leide Daniel an Krebs; natürlich mit schwerwiegenden Folgen.

Britischer Humor, Kraftausdrücke jeglicher Art und ein Cast der uns in die 00er Jahre zurück versetzt sind die Zutaten, die Sick Note zu einer kurzweiligen und sehr unterhaltsamen Serie machen. Immer wieder neue Katastrophen, neue überraschende Wendungen und ein Rupert Grint der beweist, dass er keiner der verblassten Kinderstars ist, die dem Alkoholismus oder der Drogensucht verfallen sind. Wer seine Darstellung des rothaarigen “Sidekicks” (in meinen Augen natürlich der eigentliche Hauptcharakter der Harry Potter Reihe, der Harry diverse Male mal ordentlich in den Allerwertesten hätte treten sollen) Ron Weasley mochte, wird Daniel Glass wahrscheinlich ebenso lieben. Die Charaktere sind nicht die gleichen, ähneln sich aber sehr. Nick Frost spielt in Sick Note eine Rolle die sich von seinen bisherigen eher unterscheidet, was aber nichts negatives ist. Den nervösen Dr. Iain Glennis, der Daniel Glass einen “Pottymouth” nennt, spielt er ausgezeichnet.

Also falls ihr es noch nicht heraus gelesen habt: Unbedingt anschauen! Natürlich am besten auf Englisch. Die deutsche Synchronisation ist allerdings sehr gelungen. Dicker Pluspunkt: Rupert wird vom gleichen Synchronsprecher gesprochen wie in den Harry Potter Filmen! 🙂

Achja, ich wurde übrigens nicht von Netflix bezahlt diesen Post zu schreiben, wobei das natürlich ziemlich cool wäre. 😉

Also viel Spaß beim bingewatchen!

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