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Anfänger Guide Analoge Fotografie

Immer mehr Menschen begeistern sich für die analoge Fotografie. Einen Film in die Kamera legen, am kleinen Rädchen bis zum Anschlag drehen, durch den Sucher gucken und auf den Auslöser drücken. Das geschossene Bild sieht man dann erst wenn die Bilder entwickelt sind. Das heißt nachsehen, korrigieren und löschen gibt es hier nicht. Da aller Anfang schwer ist und viele Seiten mit Fachchinesisch um sich werfen und Neulinge (wie ich es selbst auch noch bin) eher abschrecken als sie zu motivieren, dachte ich mir, ich schreibe für alle Interessenten einen Anfänger Guide für analoge Fotografie.

Photo by Nick Schreger on Unsplash

Warum?

Was den Reiz der analogen Fotografie ausmacht ist, dass man nur eine Chance hat den richtigen Moment einzufangen. Natürlich kann man auch mehrere Fotos vom selben Motiv machen, jedoch sehen viele davon ab, denn jedes Bild kostet Geld. Nicht nur der Film ist relativ kostspielig sondern auch, bzw. vor allem das Entwickeln. Bei 36 Bildern zahle ich 7€ beim Drogeriemarkt nur dafür nachher fertige Fotos in meinen Händen halten zu dürfen. Warum also das ganze? Die Fotos, die bei dieser Art der Fotografie entstehen, haben einen ganz besonderen Charme, da sie nie wirklich perfekt sind. Mal haben sie einen grünlichen oder gelblichen Schleier, mal einen Rot-stich oder auch mal ganz bizarre Lichtreflexe. Der Effekt von der App Hujicam oder der Stil diverser Instagram Filter sind diesen “Fehlern” entlehnt. Die Motive wirken insgesamt einfach dynamischer, echter und lebendiger. Attribute die ich bei der digitalen Fotografie oft vermisse, wobei ein gekonnter Fotograf diese Effekte natürlich auch problemlos digital erzielen kann.

Wie funktioniert analoge Fotografie eigentlich?

Das Wort “Fotografie” kommt von den altgriechischen Wörtern “photos” (Licht) und “grafein” (schreiben, malen, zeichnen) und bedeutet also “Zeichnen mit Licht” oder “Lichtzeichnung”. Das Licht ist bei der Fotografie nämlich entscheidend. Ein kurzer Exkurs in die Welt der Naturwissenschaften. Licht selber können wir nicht sehen; wir können es aber wahrnehmen, da von Licht beleuchtete Gegenstände dieses reflektieren. Diese Reflexion trifft auf unser Auge und so weiter und so fort. Eine Kamera funktioniert ganz ähnlich wie ein menschliches Auge. Wenn man den Auslöser betätigt öffnet sich für einen kurzen Moment ein kleines Loch durch welches Licht eindringt und auf den Film fällt. Dieses Licht, also die Gegenstände, Menschen etc. die dieses reflektieren werden sozusagen auf den Film gebrannt. So ähnlich funktioniert auch die menschliche Pupille. 

 

Welche Kamera und woher bekomme ich sie?

Für Anfänger eignet sich am besten eine Spiegelreflexkamera (SLR), da durch das Spiegelsystem Sucher und Objektiv miteinander verbunden werden, anders als bei anderen Kameramodellen. Dadurch lässt sich das Bild besser kontrollieren. Meine SLR habe ich für 25€ inkl. Versand von Ebay bekommen. Meine ist ein etwas neueres Model von ’99 weshalb sie beispielsweise den Film automatisch auf die Spule rollt oder verschiedene Aufnahmemodi hat. Ältere Modelle haben aber auch zweifelsohne ihren Charme, nicht zu letzt wegen der schönen Designs.

 

Welcher Film ist der Richtige?

Ein klassischer 35mm Film passt in so gut wie jede Kleinbildkamera. Fragt vorher beim Verkäufer nach, wenn ihr euch unsicher sein solltet. Typischer Weise gibt es 200er und 400er ISO Filme. Der ISO Wert gibt die Lichtempfindlichkeit des Films an. Je empfindlicher der Film, desto weniger Licht ist notwendig. Daher eignen sich 400er ISO Filme für die meisten Projekte, sowohl für innen als auch außen. 200er Filme sollten eher im Freien bei möglichst viel Sonnenschein verknipst werden.

 

Fotolabor und Ergebnisse

Ist der Film endlich voll spult ihr ihn wieder bis an den Anfang zurück und nehmt ihn vorsichtig aus der Kamera. Am sichersten ist er in der kleinen Filmdose, die beim Kauf dabei war. Diese könnt ihr jetzt z.B. in einem Drogeriemarkt zum Entwickeln abgeben. Das Entwickeln dauert ungefähr eine Woche. So lange müsst ihr euch gedulden. 😉

Die fertigen Fotos könnt ihr anschließend in aller Ruhe bestaunen. Es lohnt sich ein Fotoalbum eigens für die Ergebnisse eurer analogen Arbeit anzulegen. Neben den Fotos könnt ihr Notizen eintragen, beispielsweise, welche Einstellungen oder welchen Film ihr verwendet habt.

 

Und ganz wichtig: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich fange auch gerade erst an und probiere noch herum. Er wird auch Fotos geben die gar nichts geworden sind. Lasst euch davon aber nicht entmutigen: Übung macht den Meister! 🙂

 

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