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Derry Girls Staffel 1

Was interessierte Teenager in Zeiten des Nordirlandkonfliktes wirkliches? In der Coming-Of-Age Sitcom Derry Girls, die erstmals im Januar 2018 auf Channel 4 und nun auf Netflix anlief erfahren wir es.

Historischer Kontext

Derry Girls spielt in den 90er Jahren zu Zeiten des Nordirlandkonfliktes, doch was ist das eigentlich? Der Nordirlandkonflikt dauerte von 1969 bis 1998 an. Ein Teil Irlands (nämlich Nordirland) gehört (nach wie vor) zum United Kingdom, dem Vereinigten Königreich, während der Rest Irlands ein unabhängiger Staat ist. Zu Zeiten des Nordirlandkonfliktes waren die Fronten zwischen den protestantischen Unionisten und den katholischen Republikanern extrem verhärtet. Die Republikaner wünschten sich allerdings nicht unbedingt eine Wiedervereinigung mit dem Rest Irlands, da sie den Staat für ebenso reformbedürftig erachteten wie Nordirland. Viel mehr gab es Konflikte bezüglich der Religionsgemeinschaften; die katholischen Republikaner fühlten sich mitunter unterdrückt (auf jeden Fall in “Derry Girls”) was dadurch unterstützt wurde, dass Katholiken von der Gesellschaft oft als schlechter angesehen wurden als Protestanten. Katholiken waren meist “einfache” arme Leute, wie Bauern, während die Protestanten gemeinhin als wohlhabend und industriell galten.
Derry, die Stadt in der die Serie spielt, zählt zu einer der wenigen vornehmlich katholisch geprägten / besetzten Städte.

Von Links: Clare, Michelle, James, Orla und Erin – (c) Netflix 2018

Die Charaktere

Erin McQuinn ist die Protagonistin, der Serie. Sie ist oft sehr “intense” und stiftet ihre Freunde immer dazu an, bei ihren mal mehr mal weniger ausgefallenen Ideen mitzuwirken.

Clare Devlin ist die Aktivistin der Gruppe. Ständig überlegt sie sich neue Aktionen, wie zum Beispiel das Tragen eines Union-Jack T-Shirts nur um damit zu provozieren.

Orla McCool ist Erin’s Cousine und scheint von einem anderen Planeten zu kommen. Sie ist sehr wirr und verträumt und trägt außerdem ständig ein Feuerzeug mit sich herum. Der Grund, den sie hierfür angibt lautet: “Ich lasse gerne Sachen schmelzen..”

Michelle Salon ist die taffe der bis jetzt unschuldig anmutenden Mädelsgang. Sie hat es faustdick hinter den Ohren, ein gutes Herz und ein Faible für Karten lesen.

James Maguire ist das einzige männliche “Derry Girl”, wobei er auch gar nicht wie die anderen aus Derry stammt sondern aus England. James ist oft unsicher, hasst fettiges Essen und definitiv nicht schwul! Oder vielleicht doch? Außerdem ist er Michelle’s Cousin.

Fazit

Mir hat “Derry Girls” extrem gut gefallen. Die Charaktere sind alle etwas besonderes, ohne dabei einem Stereotypen zu entsprechen. Es ist definitiv eine witzige, kurzweilige und vor allem interessante Serie; vor allem für all die wenigen, die vorher auch nicht wirklich wussten, worum es im Nordirlandkonflikt geht.

Wann geht’s weiter?

Eine zweite Staffel wurde bereits gedreht. Wann sie jedoch auf Netflix ausgestrahlt wird bleibt abzuwarten.

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