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Internet und Co.,  Mentale Gesundheit

Machen Instagram und Co. wirklich abhängig? Der Test: 100 Tage kein Social Media

Früher waren es “gefährliche Killerspiele”, heute ist es Social Media. Wir hören im Fernseher oder im Radio immer wieder davon, wie gefährlich Social Media sein kann und wie viel Abhängigkeitspotenzial es hat. Wir neigen jedoch oft dazu das als Spinnerei der älteren Generation ab zu tun. Doch ist es das wirklich?

Es gab Tage, an denen verbrachte ich 2-3 Stunden auf Instagram in denen ich nichts anderes tat als mich durch die “Entdecken” Seite zu klicken. Ist das zu viel oder normal? Hat es schon etwas von einem Zwang immer wieder das Feed herunter zu ziehen, um zu sehen ob es neue Updates gibt?

Ich habe mich mit meiner Bildschirmzeit nicht mehr wohl gefühlt und deswegen kurzerhand meinen Instagram und meinen Twitter Account gelöscht. Das war vor rund 3 Monaten. Heute erzähle ich euch wie es mir mit dem Test 100 Tage kein Social Media ergangen ist.

 

Photo by Luke van Zyl on Unsplash

 

Die erste Woche

In der ersten Woche hatte ich, wie ich zu meinem Beschämen zugeben muss, heftige “Entzugserscheinungen”. Immer wieder entsperrte ich mein Handy und drückte reflexartig auf die Stelle an der vorher die Instagram App gewesen war. Ich war kurz irritiert, bis ich mich wieder erinnerte was los war. “Krass” dachte ich in solchen Momenten immer wieder; irgendwie war mir das sehr peinlich, auch vor mir selbst. Ich ertappte mich dabei mich zu fragen, was ich denn jetzt tun sollte wenn mir langweilig war oder wenn ich mal auf das stille Örtchen musste. Twitter hingegen vermisste ich überhaupt nicht, was vermutlich daran liegt, dass ich mit der Twitter Community fast ausschließlich schlechte Erfahrungen gesammelt habe.

 

Die zweite Woche

In der zweiten Woche hatte ich mich langsam daran gewöhnt, dass ich jetzt keine Fotos mehr von meinem Essen “machen muss” und die App, die mein Finger immer wieder auf meinem Display sucht, nicht mehr da ist. Ich beschäftigte mich, wenn mir langweilig war, mit anderen Sachen, ich spielte vielleicht eine Runde Sudoku oder las stattdessen die Nachrichten.

 

Photo by Billy Williams on Unsplash

 

Die dritte Woche: Türkei Urlaub

Urlaubsreisen waren immer das Highlight für mich und meinen Instagram Account. Ich liebe es Fotos zu schießen und ich fand es toll diese mit meiner Followerschaft teilen zu können. Irgendwann hatte sich das aber irgendwie geändert und ich ging mit dem “Instagram Blick” durch die Metropolen und atemberaubenden Orte dieser Welt, anstatt den Moment zu genießen. Es kam mir irgendwann fast so vor als würde ich nur verreisen um tolle Fotos machen zu können. Und das nicht mal für mich, sondern für Instagram. Für mehr Likes und mehr Follower. Dass das nicht wirklich gesund ist leuchtete mir irgendwann ein, weshalb ich mich mitunter für diesen Selbsttest entschied.

Nun stand also der Türkei Urlaub an. Tolle Landschaften, Strände, Meer, Gebirge. Ein Traum für jeden Hobbyfotografen. Also holte ich mir eine Einwegkamera beim Drogeriemarkt und schwor mir, die Mehrheit der Fotos mit dieser Kamera zu schießen. Und es war super! Ich hatte nur 27 Bilder zur Verfügung und musste mir dementsprechend immer vorher überlegen “Ist dieses Motiv ein Bild wert?”. Ich merkte auch, dass meine Motivwahl plötzlich eine ganz andere war. Vorher überlegte ich immer was gut ankommen würde und plötzlich war dieser Druck weg. Ich machte mehr Fotos von Menschen und meiner Familie. Ich dachte einfach mehr daran, dass diese Bilder Erinnerungswert haben und mir gefallen müssen. Der Umgang mit der Einwegkamera hat mir sogar richtig Spaß gemacht! So sehr, dass ich mich dazu entschlossen habe mir eine richtige analoge Kamera zu kaufen. Mehr dazu und wie man mit der analogen Fotografie anfängt, findet ihr hier.

 

Die restliche Zeit

Ich war so erleichtert und hatte das Gefühl endlich weniger Zeit zu verschwenden und mich mehr auf mich und das hier und jetzt konzentrieren zu können. Ich konnte nicht mehr einfach nachsehen, was verhasste ehemalige Kollegen oder Klassenkamerad(innen) so trieben. (Und mich anschließend schlecht fühlen oder vielleicht sogar Neid verspüren.) Insgesamt fühlte fühlte ich mich wirklich freier und beschwerter.

 

Jetzt

Vor einigen Tagen habe ich für Zucker und Beton einen Instagram Account erstellt, auf dem ich aber keinen Freunden oder Verwandten folge. Er soll einfach da sein um mich mit anderen Bloggern oder Lesern zu vernetzen. Und bis jetzt klappt das auch alles super. Am Tag öffne ich 1-2 Mal die App und verweile dann 10 Minuten, bis ich sie wieder schließe und meinem Alltag nachgehe. Einen privaten Account würde ich mir nicht mehr erstellen, ich glaube das tut mir persönlich einfach nicht gut und hält mich vom echten Leben ab.

Der Test 100 Tage kein Social Media hat mir gezeigt, dass soziale Medien eben sehr wohl abhängig machen können und sogar “Entzugserscheinungen” hervorrufen können. Ich konnte den Alltag mehr genießen und hatte das Gefühl nicht unter Druck zu stehen, nicht dauernd nach dem perfekten Motiv Ausschau halten zu müssen. Durch den Test habe ich es geschafft einen gesunden Umgang mit sozialen Medien, bzw. Instagram zu finden und diesen auch beizubehalten.

 

Und du?

Was hältst du von übermäßigen Konsum von sozialen Medien wie Instagram, Facebook, Twitter, etc.? Würdest du sagen, dass du auch zu viel Zeit auf diesen Plattformen verbringst? Oder findest du deinen Umgang moderat und gesund? Schreib mir gerne deine Erfahrungen und Gedanken in die Kommentare!

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