Interview

“Weil ich liebe, was ich tue” Interview mit Kathrin Wesolowski

Ich liebe Geschichten über Menschen die beeindruckendes erlebt und / oder geschafft haben. Egal ob sie die halbe Welt bereist, in jungen Jahren ein Modellabel gegründet oder sich in einem fremden Land ein neues Leben aufgebaut haben. Die Erzählungen dieser Menschen haben mich schon immer in ihren Bann gezogen, mich inspiriert und motiviert. Ich möchte diese Geschichten mit euch teilen und daher habe ich mich dazu entschlossen regelmäßig Interviews mit inspirierenden Menschen führen, die außergewöhnliches erlebt oder atemberaubendes geschafft haben.


Den Anfang mache ich heute mit der Journalistin und Reisebloggerin Kathrin Wesolowski

@kat_we auf Instagram

Kathrin Wesolowski und hat mit ihren 22 Jahren schon viel erlebt. Für ihre journalistische Karriere war sie unter anderem bereits in Myanmar und Brüssel unterwegs. Aber auch privat reist Kathrin viel und vor allem gerne. Vor kurzem war sie in New York und in einigen Wochen steht schon die nächste große Reise an.  Auf ihrem Blog “Reisen mit Kate” schreibt sie regelmäßig über ihre Reisen, die sie sowohl privat als auch beruflich unternimmt.


Wann wusstest du, dass du später einmal Journalistin werden möchtest? Gab es einen bestimmten Auslöser für diesen Wunsch?


Kathrin: Als ich ganz klein war, wollte ich immer Sängerin werden. Meine Mama hat mich aber schnell auf den Boden der Tatsachen gebracht, als sie meinte, ich könne nicht singen. 😉 Was ich aber schon immer ganz gut konnte, ist schreiben. Dass ich Journalistin werden wollte, war also schon so gut wie immer klar. “Im Kopf der Menschen etwas ändern, sie zum Nachdenken anregen” – das ist mein Motto, unter dem ich journalistisch arbeite. Vielleicht verändere ich mit meinen Artikeln und Beiträgen nicht die Welt, aber das Denken eines einzigen Menschen. Das reicht mir schon. Denn es ist ein erster Schritt, um etwas zu bewirken. Das mag für manche Menschen träumerisch klingen, doch für mich ist es mein reales Ziel.

Hattest du eine ganz normale Schullaufbahn und Unizeit oder gab es auch mal Stolpersteine oder vielleicht sogar die eine oder andere berüchtigte “Lücke im Lebenslauf”?


Kathrin:Stolpersteine im Leben habe ich gehabt, wenn es um Menschen geht, die einem versuchen, den Mut und den Ehrgeiz zu nehmen. Arbeitskollegen, die gesagt haben, ich sei zu schlecht für diesen und jenen Job, ich sei untalentiert. Arbeitskollegen, die nicht konstruktiv kritisieren, sondern nur ihre schlechte Laune an mir ausgelassen haben. Momente, in denen man weinend aus dem Büro geht und an sich zweifelt. Aber hey, ohne Rückschläge gibt es kein Comeback – und was ist schöner, als nach einem Schlag in die Fresse eine Hand von jemand anderem gereicht zubekommen, aufzustehen und den Zweiflern zu beweisen, dass man es doch drauf hat? Mit meinen 22 Jahren habe ich schon gemerkt, wie hart die Branche ist. Wie die Ellbogen ausgefahren werden. Dass es viele Neider gibt, auch wenn es gar nicht so viel gibt, auf das man neidisch sein könnte. Deswegen laufe ich mit aufrechtem Rücken durch die Welt, nehme Kritik an, die konstruktiv ist, und denke nicht zuviel über subjektive Kritik nach. 

Lücken im Lebenslauf habe ich nicht – mein Lebenslauf ist sogar recht prall gefüllt für eine 22-Jährige. Warum? Weil ich liebe, was ich tue.

Wie kam es dazu, dass du einen Reiseblog gestartet hast und jetzt auch teilweise als Reisebloggerin unterwegs bist?


Kathrin: Viel Entspannung gibt es in meinem Workaholic-Leben nicht – die einzige Zeit, in der ich entspanne, ist meine Zeit auf Reisen. Deswegen liebe ich es so sehr. Darüber zu schreiben, Erfahrungen zu teilen, und Erfahrungen dadurch auch noch besser in Erinnerung zu behalten, ist einfach großartig: Deswegen habe ich einen Reiseblog. 

Ich hatte schon einmal einen Reiseblog, als ich etwa in der achten Klasse war. Da haben sich Mitschüler über mich lustig gemacht. Weil sich Schüler häufig irgendwelche absurden Gründe suchen, um sich über Menschen lustig zu machen. Damals habe ich den Reiseblog wieder aufgegeben, aber eher weil ich nicht so viel gereist bin, als wegen des Mobbings meiner Mitschüler.Die Idee hat mich aber nie losgelassen und als ich nach dem Abitur endlich mehr Zeit hatte, zu reisen, habe ich die Idee umgesetzt und zu meinem Hobby gemacht.

Welche Länder hast du im Verlauf deiner Arbeit schon bereisen dürfen? Welche haben dich besonders begeistert und warum?


Kathrin: Als Reisebloggerin habe ich beruflich nur Wien bereist, die anderen Reisen auf meinem Blog waren immer Freizeit und nicht bezahlt. Als Journalistin bin ich allerdings schon nach Myanmar und nach Wroclaw und Auschwitz in Polen für Recherchereisen und für einen Monat Arbeiten im ARD Studio nach Brüssel gereist. Eine Reise davon hervorzuheben, ist schwierig. In Myanmar habe ich beispielsweise über Kinderarbeit recherchiert, in Auschwitz Zeitzeugen interviewt, in Wroclaw über Medien im Sozialismus und in Brüssel über europäische Politik berichtet. Jede Reise war individuell und spannend und ich habe gemerkt: Reisen macht mir noch mehr Spaß, wenn ich Recherchieren kann und daraus Geschichten entstehen.Geschichten, die ich öffentlich in den Medien verbreiten oder meinen Freunden erzählen kann.

Welche Orte würdest du außerdem gerne bereisen, egal ob beruflich oder privat, und warum?


Kathrin: In Afrika war ich noch nicht und ich bin mir sicher, dass es dort für mich noch einiges zu entdecken gibt. Es ist wichtig, afrikanische Länder differenziert zu betrachten und sowohl die Natur als auch die Kultur und das Leben der Menschen reizen mich. Genauso möchte ich den Nahen Osten bereisen, die Lebenssituationen der Menschen kennen lernen. Das sind so zwei Teile der Erde, die ganz oben auf der Liste stehen. Die Liste ist aber auch sonst noch ellenlang.

Durch deine Arbeit reist du sehr viel und bist ständig unterwegs. Wie schaffst du es dennoch Zeit für deine Freunde und deine Familie zu finden?


Kathrin: Ursprünglich kommt meine Familie aus Polen, einige Verwandte leben noch dort. Deswegen bin ich es gewohnt, Menschen, die ich liebe, nicht immer um mich herum zu haben und gegebenenfalls selten zu sehen. Für mein Studium bin ich nach Dortmund gezogen, also etwa vier Stunden von meiner Heimatstadt, meinen Eltern und meiner  Schwester und meinen besten Freunden entfernt. Außerdem habe ich durch Kongresse und Reisen gute Freunde auf der ganzen Welt verteilt. Ich bin ein Familienmensch, ich telefoniere täglich mit meinen Eltern, halte regelmäßig mitmeinen Freunden Kontakt via WhatsApp, Facebook oder Telefonaten. Mir ist es wichtig, dass meine Familie und Freunde glücklich sind und so ist meiner Familie und meinen Freunden auch wichtig, dass ich glücklich bin – und das bin ich eben, wenn ich viel unterwegs bin. Klar ist es traurig, dass ich manche Menschen nur einmal im Jahr sehe – aber wenn die Freundschaft wirklich intensiv ist, dann sind gerade diese Momente so schön und tiefsinnig, dass sie ausreichen, um uns glücklich zu machen.

Und wohin geht es als nächstes?


Kathrin: Mexiko! Sechs Monate werde ich in Monterrey, einer Stadt im Norden Mexikos, studieren. Das Land, die Leute, die Kultur kennen lernen. Spanisch lernen. Entspannen. Arbeiten. Ich bin sehr gespannt, wie die Zeit wird. Viele Freunde und Verwandte machen sich Sorgen um mich, da Mexiko keinen guten Ruf hat. Drogen und Morde sind die ersten Schlagworte, die vielen in den Sinn kommen, wenn sie an Mexiko denken. Ich gehe eher neugierig als ängstlich in das Land, möchte meine eigenen Erfahrungen machen und Eindrücke gewinnen. 

Ihr wollt Kathrin’s Abenteuer weiter verfolgen?

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